FTC: Cox Media Group zahlt fast 1 Mio. Dollar für täuschende „Active Listening"-Werbung
Cox Media Group (CMG) hatte bereits 2024 mit einem Werbedeck für Aufmerksamkeit gesorgt, in dem behauptet wurde, smarte Geräte würden Gespräche in Echtzeit mithören und diese Sprachdaten für zielgerichtete Werbung nutzen. Gemeinsam mit den Firmen MindSift und 1010 Digital Works vermarktete CMG diesen Dienst unter dem Namen „Active Listening". Laut FTC-Beschwerde hörte der Dienst jedoch nie tatsächlich Gespräche ab und verwendete keinerlei Sprachdaten. Stattdessen bestand das Angebot im Wesentlichen aus dem Weiterverkauf von E-Mail-Listen, die von anderen Datenbrokern eingekauft wurden – zu erheblichem Aufpreis. Auch die versprochene geografische Zielgenauigkeit der Werbeplatzierungen wurde nicht eingehalten. Simon Willison, der den Fall bereits im September 2024 kommentiert hatte, sieht seine damalige These bestätigt: Das Team habe den Begriff „Active Listening" als klingendes Marketing-Label für herkömmliches Ad-Targeting erfunden und dabei mit Folien über „Sprachdaten" über das Ziel hinausgeschossen, ohne die technischen Implikationen zu durchdenken. Die FTC-Einigung verpflichtet die drei Unternehmen zur Zahlung von insgesamt knapp 1 Million Dollar.
- CMG, MindSift und 1010 Digital Works sind die drei von der FTC sanktionierten Unternehmen.
- Der Dienst bestand laut FTC-Beschwerde aus dem Weiterverkauf von E-Mail-Listen anderer Datenbroker mit erheblichem Preisaufschlag.
- Weder Sprachdaten noch Echtzeit-Konversationsüberwachung kamen laut FTC tatsächlich zum Einsatz.
- Die versprochene geografische Zielgenauigkeit der Werbeschaltungen wurde ebenfalls nicht erfüllt.
- Simon Willison hatte den Fall erstmals im September 2024 öffentlich kommentiert.
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