
Rechenzentrum-Boom: Treibhausgasemissionen könnten ganze Nationen übertreffen
Die Analyse von WIRED basiert auf Luftgenehmigungsdokumenten (Air Permits), die bei US-Bundesstaatsbehörden eingereicht wurden, und wurde durch Daten der Cleanview-Forschungsfirma sowie der Environmental Integrity Project-Datenbank „Oil and Gas Watch" ergänzt. Im Fokus stehen elf Rechenzentrums-Campusse, die allesamt auf sogenannte „Behind-the-Meter"-Stromversorgung setzen: Anstatt sich an das öffentliche Netz anzuschließen, bauen die Betreiber eigene Erdgaskraftwerke direkt vor Ort – primär, um lange Wartezeiten für Netzanschlüsse zu umgehen und steigende Strompreise für Haushalte zu vermeiden. Besonders im Fokus steht xAI, das auf seinem Colossus-1-Campus in Memphis und dem Colossus-2-Campus im nahe gelegenen Southaven (Mississippi) Gasturbinen betreibt, die laut Genehmigungsunterlagen jeweils über 6,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente jährlich ausstoßen könnten. Gegen den Memphis-Betrieb hat die NAACP Klage eingereicht, da nach ihren Angaben die Turbinen illegal betrieben werden. Das Chevron-gestützte Erdgasprojekt in Westtexas, das Microsoft für seine Rechenzentren in Betracht zieht, könnte allein mehr als 11,5 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr emittieren – mehr als Jamaika insgesamt. Williams Companies, das für Meta in Ohio drei Behind-the-Meter-Kraftwerke baut, räumt ein, dass die tatsächlichen Emissionen durch Wartungszyklen und Lastschwankungen bis zu zwei Drittel unter den genehmigten Maximalwerten liegen könnten – dennoch würden selbst halbierte Werte die Jahresemissionen Norwegens übersteigen.
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