
KI-generierte Fake-Zitierungen überfluten wissenschaftliche Fachzeitschriften
Peter Degen, ein Postdoktorand, wurde von seinem Betreuer gebeten, einem merkwürdigen Phänomen nachzugehen: Ein 2017 veröffentlichtes Paper zur Genauigkeit statistischer Analysen auf epidemiologischen Daten hatte über Jahre hinweg nur wenige Dutzend Zitierungen gesammelt – plötzlich wurde es alle paar Tage hundertfach referenziert und zählte damit zu den meistzitierten Arbeiten seiner Karriere. Der Verdacht: KI-Systeme generieren Forschungsartikel, die existierende Literatur zitieren, ohne dass ein Mensch den Inhalt geprüft hat. Dieses als „Slop" bezeichnete Phänomen stellt das Peer-Review-System vor ernste Herausforderungen. Zitierungen gelten in der Wissenschaft als zentrales Qualitätssignal – werden sie massenhaft synthetisch erzeugt, verlieren Impact-Metriken ihre Aussagekraft. Forscher und Verlage suchen nach Methoden, KI-generierte Einreichungen zuverlässig zu erkennen, stehen dabei aber vor dem grundsätzlichen Problem, dass die Qualität solcher Texte stetig steigt.
- Peter Degen untersuchte im Auftrag seines Betreuers auffällige Zitiermuster bei einem Paper von 2017.
- Das betroffene Paper zur statistischen Analyse epidemiologischer Daten erhielt plötzlich alle paar Tage neue Zitierungen.
- Die Zitierwelle katapultierte das Paper unter die meistzitierten Arbeiten des Karriereverlaufs des Professors.
- The Verge bezeichnet das Phänomen als "Slop" – KI-generierten Forschungsoutput minderer oder zweifelhafter Qualität.
- Bessere KI-generierte Paper verschärfen das Problem, da sie schwerer vom Peer-Review-System herauszufiltern sind.
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