
Claude Code verbraucht 33k Tokens vor erstem Prompt – OpenCode nur 7k
Die Untersuchung von Systima AI entstand aus einer praktischen Beobachtung: Das Team wechselte vorübergehend von OpenCode zu Claude Code, weil ihr gewohntes Tool Meridian Probleme bereitete – und stellte fest, dass der API-Verbrauchszähler bei Claude Code deutlich schneller stieg. Um der Vermutung auf den Grund zu gehen, platzierten die Autoren einen Logging-Proxy zwischen den jeweiligen Coding-Agenten und dem Anthropic-Endpunkt und zeichneten sämtliche Requests sowie die zugehörigen Usage-Blöcke auf. Das Ergebnis war eindeutig: Claude Code schickt rund 33.000 Tokens als sogenannten Harness-Overhead, bevor der eigentliche Nutzer-Prompt überhaupt verarbeitet wird. OpenCode begnügt sich für denselben Zweck mit etwa 7.000 Tokens – ein Faktor von knapp 5×. Ursache ist laut der Analyse vor allem die ineffiziente Cache-Strategie von Claude Code: Tokens, die theoretisch gecacht werden könnten, werden wiederholt neu übertragen, was die Kosten pro Anfrage in die Höhe treibt. Da beide Tools dasselbe zugrunde liegende Modell (Claude von Anthropic) ansprechen, entsteht der Kostenunterschied ausschließlich durch das Frontend-Design. Die Autoren weisen auf einen Vorbehalt hin, den sie am Ende des Beitrags erläutern – dieser schränkt die Generalität der Ergebnisse leicht ein, ändert aber nichts am Grundbefund. Der Beitrag erhielt auf Hacker News 172 Punkte und löste 98 Kommentare aus, was auf breites Interesse in der Entwickler-Community schließen lässt.
- Logging-Methode: Ein Proxy wurde zwischen Coding-Agent und Anthropic-Endpunkt geschaltet, um alle Requests und Usage-Blöcke zu erfassen.
- Claude Code sendet ~33.000 Tokens Harness-Overhead pro Session, OpenCode nur ~7.000 – ein Verhältnis von knapp 5:1.
- Hauptursache ist laut Analyse die Cache-Strategie von Claude Code: bereits bekannte Kontextdaten werden nicht effizient gecacht, sondern wiederholt übertragen.
- Auslöser des Tests war ein erzwungener Wechsel zu Claude Code wegen Problemen mit dem Tool Meridian, das das Team normalerweise einsetzt.
- Die Autoren erwähnen einen expliziten Vorbehalt am Ende des Beitrags, der die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf alle Szenarien leicht einschränkt.
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