
J. Paul Reed: Ironien der Automatisierung im KI-Zeitalter
J. Paul Reed greift in seinem Vortrag das klassische Konzept der „Ironies of Automation" des Ingenieurwissenschaftlers Lisanne Bainbridge auf – ursprünglich formuliert vor rund 40 Jahren – und überträgt es auf den aktuellen Kontext KI-gesteuerter Systeme. Kern der Ironie: Je ausgereifter ein automatisiertes System ist, desto weniger Übung erhält der menschliche Operator im Umgang mit Ausnahmesituationen, und desto wichtiger wird seine Rolle genau dann, wenn das System versagt. Reed belegt dies anhand realer „AI-fueled Incidents" aus der Praxis und zeigt, dass übermäßige Abhängigkeit von KI die Wiederherstellungszeiten nach Ausfällen im Schnitt verdoppeln kann. Der Vortrag richtet sich an Teams, die auf KI-basierte Automatisierung in Betriebsprozessen setzen, und argumentiert für bewusstes Kompetenzerhalt-Design: Operatoren müssen regelmäßig in die Lage versetzt werden, manuell einzugreifen, um Resilienz zu gewährleisten. Reed formuliert damit einen direkten Gegenentwurf zu rein effizienzgetriebenen Automatisierungsstrategien.
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