
Trump-Chipzölle könnten 20 % der US-Rechenzentrum-Projekte bis 2030 stoppen
Die konkret diskutierte Variante der Halbleiterzölle würde laut anonymen Quellen nicht nur Chips selbst treffen, sondern potenziell alle Produkte, die Halbleiter enthalten – darunter Server, Spielekonsolen und sogar gebrauchte oder generalüberholte Geräte. Handelsgruppen, darunter die Computer and Communications Industry Association (CCIA), haben in einem im Mai an Finanzminister Scott Bessent gerichteten Brief – mitunterzeichnet von rund 20 Branchenverbänden – vor genau diesem Szenario gewarnt. Der Brief betonte, dass Verbrauchergeräte wie Smartphones, Laptops, Tablets und Smartwatches teurer werden könnten, was US-Haushalte in einer ohnehin budgetbelasteten Zeit zusätzlich trifft. Auch neue Produkteinführungen, darunter KI-fähige Geräte, würden sich verzögern. Parallel dazu prognostizierte Gartner am Vortag des Artikels, dass der globale Halbleiterumsatz 2026 die Marke von 1,6 Billionen USD erreichen werde – früher als erwartet – weil die Chipknappheit, die bis mindestens 2027 anhalten soll, bereits heute Preiserhöhungen antreibt. Besonders betroffen wären US-Chip-Designer wie Nvidia und AMD, die auf ausländische Auftragsfertigern angewiesen sind und durch Zölle gegenüber internationalen Wettbewerbern benachteiligt würden. Als mögliche Entlastungsmaßnahme erwägt die Trump-Regierung laut Politico Zollausnahmen, die jedoch an Investitionen ausländischer Unternehmen – etwa des taiwanesischen Auftragsfertigers TSMC – in US-amerikanische Chipfabriken geknüpft werden sollen, ein Ansatz, den Handelsminister Howard Lutnick bevorzugt.
- Gartner prognostiziert globalen Halbleiterumsatz von 1,6 Billionen USD für 2026 – früher als zuvor erwartet, getrieben durch Chipknappheit bis mindestens 2027.
- Die Chipknappheit und drohende Zölle könnten laut Politico vor allem Nvidia und AMD schädigen, da beide ihre Chips im Ausland fertigen lassen.
- Commerce Secretary Howard Lutnick favorisiert Zollerleichterungen, die an Investitionen ausländischer Chipfirmen wie TSMC in US-Fertigung gekoppelt wären.
- Chinesische Chiplieferanten könnten von den Zöllen profitieren, indem sie ihr Geschäftsvolumen in China ausbauen, um US-Zölle zu umgehen.
- Die Industrie betreibt laut Politico eine intensive Lobbying-Kampagne, um zumindest Rechenzentren von den Halbleiterzöllen auszunehmen.
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