
Code ist billig – Engineering-Urteilsvermögen wird zur Mangelware
Der Artikel aus Towards Data Science argumentiert, dass die klassische Hürde beim Softwarebau – das Schreiben von Code – durch KI-Assistenten und Low-Code-Tools faktisch weggefallen ist. Was bleibt, ist der schwerer replizierbare Teil: das ingenieursmäßige Urteilsvermögen. Gemeint sind Fähigkeiten wie das Erkennen, welche Lösung tatsächlich gebraucht wird, die Übernahme von Verantwortung (Ownership) für Systeme, die Validierung von Ergebnissen auf ihre Korrektheit und der sogenannte „Taste" – also der Qualitätssinn dafür, was gute von schlechter Software unterscheidet. Der Beitrag ordnet diese Verschiebung als strukturellen Wandel im Berufsbild von Entwicklerinnen und Entwicklern ein: Wer weiterhin relevant bleiben will, muss weniger Zeilen schreiben, aber mehr Verantwortung für das Gesamtsystem übernehmen. Die Kernthese ist, dass das eigentliche Engpassmerkmal in der modernen Softwareentwicklung nicht mehr technisches Können im klassischen Sinne ist, sondern kritisches Denken und Entscheidungskompetenz.
- Kernthese: Die Einstiegshürden für Software-Entwicklung sind durch KI kollabiert.
- Neue Engpässe laut Artikel: Ownership, Validierung, Geschmack (Taste) und Problemauswahl.
- Implikation: Der Wert eines Ingenieurs verschiebt sich von Code-Output zu Entscheidungsqualität.
- Veröffentlicht auf Towards Data Science, einer der meistgelesenen Data-Science-Publikationen auf Medium.
„Code is cheap. Engineering judgement is now the scarce resource.“
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