Andrew Quinn: Warum man das Rad neu erfinden muss – aber nur ein paar Mal
Andrew Quinn formuliert in einer Fußnote seines Artikels über den Ersatz einer 3-GB-SQLite-Datenbank durch ein 10-MB-FST-Binary (Finite State Transducer) einen lerntheoretischen Standpunkt: Die Angst, bereits existierende und bessere Lösungen zu ignorieren, hemme viele Programmierer – er nennt das einen Denkfehler. Stattdessen plädiert er dafür, Lösungen gezielt selbst zu bauen: Vier bis fünf eigene Implementierungen reichen in den meisten Bereichen, um an die tatsächliche Wissensgrenze zu stoßen. In mathematisch oder informatisch besonders entwickelten Feldern könnten es auch zwanzig bis dreißig sein. Jedes selbst erfundene Rad und jede gezielte Frage auf dem Weg treibe einen schneller zur echten Frontier als passive Beschäftigung mit dem Stoff – oder sogar das Fünffache an Zeit in bloßem Studium. Simon Willison hat das Zitat in seinem Weblog am 10. Mai 2026 unter den Tags „sqlite" und „careers" kuratiert.
- Quinn illustriert das Prinzip am Beispiel TSV-Suche vs. awk: Eigenbau lehrt, warum awk existiert.
- Der Originalkontext ist ein technischer Artikel über FST als Ersatz für eine 3-GB-SQLite-Datenbank (10 MB Zielgröße).
- Simon Willison hat das Zitat unter den Tags 'sqlite' (463 Einträge) und 'careers' (75 Einträge) eingeordnet.
- Quinn beschreibt die Schuldgefühle beim Programmieren als Hemmnis seines ersten Vierteljahrhunderts als Entwickler.
„My central conceit is that this is a trap. You need to reinvent a couple of wheels to get to the edge of what we know about wheel-making, not a thousand wheels, and not zero; probably four or five is sufficient in most domains.“
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