
EU könnte Google zwingen, Android für Dritt-KI-Assistenten zu öffnen
Die EU-Kommission hat im Januar 2026 ein sogenanntes Spezifikationsverfahren unter dem Digital Markets Act (DMA) eingeleitet, um Googles KI-Integration in Android zu untersuchen. Das Ergebnis: Gemini genießt auf Android exklusive Systemrechte, die Drittanbieter-Assistenten nicht erhalten – etwa beim Versenden von E-Mails aus der Standard-Mail-App, beim Teilen von Fotos oder beim Generieren proaktiver Vorschläge über das „Magic Cue"-Feature. Google ist als einer von sieben designierten „Gatekeepern" unter dem DMA zu weitreichenden Anpassungen verpflichtet, hat in der Vergangenheit bereits Such-Auswahlbildschirme eingeführt und alternative Zahlungsmethoden im Play Store zugelassen. Die nun vorgeschlagenen Maßnahmen gehen deutlich weiter: Drittanbieter sollen Android-weit per Hotword oder Tastendruck aktivierbar sein, Screen-Kontext auslesen, auf lokale Nutzerdaten für proaktive Zusammenfassungen zugreifen und lokale KI-Modelle mit garantierter Performance ausführen dürfen. Dafür soll Google neue, kostenlose APIs bereitstellen und technischen Beistand leisten. Google-Wettbewerbsanwältin Claire Kelly bezeichnete das Vorhaben als „unberechtigten Eingriff", der OEM-Autonomie untergrabe, Kosten treibe und Datenschutz gefährde. Die Konsultationsphase für Stellungnahmen interessierter Parteien endete am 13. Mai 2026; eine finale Entscheidung war bis spätestens 27. Juli 2026 angekündigt – womit das Ergebnis heute, am 11. August 2026, bereits vorliegen oder unmittelbar bevorstehen dürfte.
- Das Magic-Cue-Feature von Gemini, das proaktive Vorschläge auf Basis der Nutzeraktivität liefert, ist bislang exklusiv an den Gemini-Assistenten gekoppelt und soll laut EU-Kommission für Drittdienste geöffnet werden.
- Die Kommission möchte auch die autonome App-Steuerung durch Dritt-KI-Dienste ermöglichen – ein Feature, das bisher nur Gemini vorbehalten ist und beim Galaxy S26 debütierte.
- Googles Senior Competition Counsel Claire Kelly argumentiert, die Auflagen würden 'sensiblen Hardware-Zugang' erzwingen und Datenschutz- sowie Sicherheitsstandards für EU-Nutzer untergraben.
- EU-Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen betonte 'Interoperabilität' als zentrales Prinzip, damit Nutzer KI-Dienste frei wählen können, ohne Funktionseinbußen hinnehmen zu müssen.
- Alle neuen APIs und technischen Hilfestellungen, zu denen Google verpflichtet werden könnte, müssen laut Kommissionsvorschlag kostenlos für Entwickler bereitgestellt werden.
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- Alle neuen APIs und technischen Hilfestellungen, zu denen Google verpflichtet werden könnte, müssen laut Kommissionsvorschlag kostenlos für Entwickler bereitgestellt werden.
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