
AI-Psychose in der Chefetage: Hype, Tokenverbrennung und fehlender ROI
Jake Handy, selbst erklärter AI-Power-User und Autor des Handy-AI-Newsletters, beschreibt ein Phänomen, das er „AI-Psychose" nennt: Führungskräfte und Investoren verfallen einer obsessiven, schlafraubenden Begeisterung für KI-Agenten, die Produktivität simuliert, ohne sie messbar zu liefern. Als Paradebeispiel dient YC-CEO Garry Tan, der behauptete, 37.000 Codezeilen täglich über fünf Projekte hinweg zu produzieren – sein Open-Source-Projekt gstack erreichte 20.000 GitHub-Sterne in wenigen Tagen. Ein Entwickler namens Gregorein untersuchte den resultierenden Code und fand 169 Server-Requests (vs. 7 bei Hacker News), 28 in Production ausgelieferte Testdateien, unkomprimierte 2-MB-PNGs und eine leere 0-Byte-Datei. Andrej Karpathy bezeichnete seinen eigenen Zustand gegenüber dem No-Priors-Podcast als „state of psychosis". Kontext gibt eine NBER-Studie von fast 6.000 CEOs und CFOs aus vier Ländern: 90 % der Unternehmen berichten über null messbaren Produktivitäts- oder Beschäftigungseffekt durch KI in drei Jahren; durchschnittliche CEO-KI-Nutzung liegt unter einer Stunde pro Woche. Laut Sequoia muss der 690-Milliarden-Dollar-KI-Infrastruktur-Boom jährlich 600 Milliarden Dollar Umsatz rechtfertigen – tatsächlich generiert er bisher schätzungsweise 50–100 Milliarden. Nur eines von 50 KI-Investments liefert transformativen Mehrwert, 95 % der Enterprise-Piloten scheitern vor dem Produktiveinsatz.
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