
Studie: Reflect Orbitals Weltraumspiegel könnten Nachthimmel aufhellen
Reflect Orbital, ein US-amerikanisches Startup, verfolgt das Ziel, Sonnenlicht mithilfe von Satelliten gezielt auf die Erde zu lenken – etwa um Solarfarmen nach Sonnenuntergang länger zu versorgen oder abgelegene Gebiete zu beleuchten. Kernstück der ersten Mission ist der Testsatellit Eärendil-1, der noch in diesem Jahr starten soll und einen ausfahrbaren Spiegel mit einer Fläche von 18×18 Metern tragen wird. Eine neue Studie warnt nun, dass die reflektierte Lichtmenge nicht nur das beabsichtigte Zielgebiet treffen würde, sondern sich auch über weit größere Regionen des Nachthimmels verteilen könnte – mit erheblichen Folgen für die Lichtverschmutzung. Betroffen wären demnach deutlich mehr Menschen als ursprünglich von Reflect Orbital kommuniziert. Für die Astronomie ist diese Entwicklung besonders heikel: Bereits die bestehende Belastung durch Satellitenkonstellationen wie Starlink steht seit Jahren in der Kritik von Observatorien und Forschungseinrichtungen weltweit. Regulatorisch bewegt sich Reflect Orbital in einer Grauzone, da es bislang keine international verbindlichen Vorschriften zur zulässigen Aufhellung des Nachthimmels durch kommerzielle Satelliten gibt. Die Studie rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob und wie künftige Weltraumspiegel-Projekte einer unabhängigen Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden sollten.
- Eärendil-1 soll einen ausfahrbaren Spiegel mit 18×18 Metern Fläche in den Orbit bringen – deutlich größer als typische Technologie-Demonstratoren.
- Das Geschäftsmodell von Reflect Orbital zielt darauf ab, Sonnenlicht auf Bestellung zur Erde zu lenken, z. B. für Solarenergieanlagen nach Sonnenuntergang.
- Laut der neuen Studie würde die Lichtstreuung des Spiegels unbeabsichtigt weiträumig den Nachthimmel aufhellen – über das eigentliche Zielgebiet hinaus.
- Astronomen und Observatorien warnen bereits seit Jahren vor wachsender Lichtverschmutzung durch kommerzielle Satellitenprojekte wie Starlink.
- Es existieren bislang keine verbindlichen internationalen Regelungen, die kommerzielle Weltraumspiegel hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Nachthimmel beschränken.
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