
Google zieht Earth-AI-Feature nach einem Tag wegen Desinformationsrisiko zurück
Google hatte das Feature am Donnerstag, dem 31. Juli 2026, eingeführt – einen Tag später war es bereits wieder vom Markt. Der KI-Bildgenerator Nano Banana 2 war direkt in Google Earth eingebettet worden und erlaubte es, per Texteingabe beliebige KI-generierte Bilder über echte Satellitenkarten zu legen. Google selbst bezeichnete den Zweck als kreatives Erkunden von Geografie. Kritik kam schnell und laut: Ein BBC-Journalist kommentierte sarkastisch, es sei undenkbar, dass dieses Feature auf einer der verlässlichsten visuellen Evidenzquellen für Journalisten und Forscher zum Verbreiten von Falschinformationen missbraucht werden könnte. Das promptbasierte Design ohne nennenswerte Inhaltsbeschränkungen wurde als Einfallstor für sogenannten „Geospatial Slop" bezeichnet – massenhaft fabrizierte, täuschend wirkende Ortschaftsbilder. Google räumte in einem Statement ein, dass Nutzer Screenshots der generierten Bilder geteilt hatten, die gegen die eigenen Richtlinien verstießen. Der Rückzug erfolgte mit dem Versprechen, das Feature mit „stärkeren Guardrails" zu einem späteren Zeitpunkt zurückzubringen. Der Fall reiht sich in eine Reihe von KI-Produktentscheidungen ein, bei denen Missbrauchspotenziale erst nach dem Launch öffentlich sichtbar wurden – trotz intern verfügbarer Testphasen.
- Das Feature war prompt-basiert und erlaubte es, nahezu jedes beliebige Bild über echte Kartendaten in Google Earth zu legen – ohne erkennbare thematische Einschränkung.
- Google bestätigte in einem offiziellen Statement, dass Nutzer generierte Bilder geteilt hatten, die gegen die Unternehmensrichtlinien verstoßen.
- Geospatiale Professionals hatten das Tool laut Google-Aussage auch für legitime Zwecke genutzt, bevor es zurückgezogen wurde.
- Google kündigte an, das Feature nach Implementierung stärkerer Guardrails erneut einzuführen – einen konkreten Zeitplan nannte das Unternehmen nicht.
- Der TechCrunch-Artikel verweist darauf, dass KI-Bildgeneratoren – darunter auch Googles eigene Produkte – ohnehin frei verfügbar sind und gezielte Desinformation heute kein Expertenwissen mehr erfordert.
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