
Analyse: Kann OpenAI überleben, wenn Anthropic zuerst an die Börse geht?
Ed Zitrons Analyse dreht sich um eine konkrete Personalwoche bei OpenAI: In derselben Woche, in der das Unternehmen ein internes Aktienrückkaufprogramm über 7 Milliarden Dollar abschloss, verließen COO Brad Lightcap und Chief Revenue Officer Denise Dresser das Unternehmen – letztere nach nur acht Monaten. Dresser verzichtete damit mutmaßlich auf Aktienoptionen im Wert von Dutzenden Millionen Dollar, was Zitron als starkes Signal wertet, dass sie den OpenAI-Börsengang nicht mehr für gesichert hält. Parallel dazu beobachtet Zitron eine aggressive Vor-IPO-Marketingkampagne von Anthropic: Investoren „leakten" der Financial Times eine angebliche Bewertung von 2 Billionen Dollar sowie annualisierte Einnahmen von 100 bis 120 Milliarden Dollar bis Ende 2026 – Zahlen, die Zitron als Schutzbehauptung ohne Substanz einordnet. Ein Reuters-Bericht bewertete Anthropic zudem auf Basis projizierter Erlöse von 190 bis 200 Milliarden Dollar in zwei Jahren, wobei das tatsächliche EBITDA explizit ausgeklammert wurde. Zitron wirft den Medien vor, durch selektive Berichterstattung Consent für Unternehmen mit „fragwürdiger Ökonomie" zu fabrizieren – etwa indem ein „profitables Quartal" von Anthropic erwähnt, aber verschwiegen wird, dass es nur durch vergünstigte Compute-Kosten (Musk-Rabatte im Mai/Juni 2026) möglich war. Sein Kernargument: Geht Anthropic mit einem problematischen S-1 zuerst an die Börse, dürfte ein OpenAI-IPO politisch wie finanziell kaum noch realisierbar sein.
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