
Vercel baut Software-Factory für AI SDK: 25–35 % der PRs automatisiert
Das AI SDK von Vercel steht exemplarisch vor einem Problem, das viele populäre Open-Source-Projekte kennen: Wachstum erzeugt Backlog schneller, als Maintainer ihn abarbeiten können. Als Anthropics Opus 4.6 veröffentlicht wurde, beschleunigte sich der Zustrom an Pull Requests sprunghaft – bis Ende Juni hatten sich über 1.000 offene Issues und fast 800 Pull Requests angesammelt. Vercel bezeichnet dies ausdrücklich nicht als Disziplinproblem, sondern als strukturelles Skalierungsproblem: Weil Code-Generierung immer billiger wird, wächst der Backlog systemisch weiter. Die Antwort war die Entwicklung eines eigenen, agentenbasierten Systems namens „ai-sdk-factory", das eingehende Issues und Pull Requests autonom vorverarbeitet. Agenten übernehmen dabei klar abgegrenzte, überprüfbare Aufgaben: Issue-Klassifikation (Bug, Feature, Dokumentation), Bug-Reproduktion, Feature-Implementierung und das Erstellen von Backports für ältere SDK-Versionen. Ein zentrales Designprinzip ist, dass jeder Merge weiterhin von einem Menschen genehmigt werden muss – Vercel spricht von „Reviewer-Effizienz" als Leitprinzip statt voller Automatisierung. Die Factory wurde inkrementell aufgebaut, beginnend mit der Issue-Klassifikation, und liefert für jede Änderung eine dokumentierte Risiko- und Passgenauigkeitsbewertung, damit Reviewer gezielt entscheiden können, wie viel Aufmerksamkeit ein PR verdient.
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