
Tabellenextraktion aus PDFs für RAG: Struktur erhalten statt glätten
Tabellen in PDFs gehören zu den schwierigsten Strukturen für RAG-Pipelines, weil ihre zweidimensionale Gitterlogik beim naiven Extrahieren verloren geht. Der Artikel aus der Reihe „Enterprise Document Intelligence" (Vol. 1, #B4) argumentiert, dass ein einfacher Entscheidungsbaum – etwa „Nutze Tool X für Tabelle Y" – der Vielfalt realer PDF-Tabellen nicht gerecht wird. Stattdessen schlägt der Autor einen diagnostischen Ansatz vor: Zunächst wird analysiert, welche semantischen Beziehungen eine Tabelle trägt, bevor eine Verarbeitungsstrategie gewählt wird. Kern des Vorschlags sind fünf komponierbaren Operationen, die je nach Tabellentyp kombiniert werden können, anstatt jede Tabelle pauschal in Fließtext oder flache CSV-Zeilen umzuwandeln. Das „Flachklopfen" (Flattening) der Gitterstruktur zerstört dabei insbesondere Mehrfach-Header, verbundene Zellen und hierarchische Zeilenbeziehungen, die für korrekte Retrieval-Ergebnisse entscheidend sind. Der Ansatz zielt auf Enterprise-Dokumente wie Finanzberichte, technische Spezifikationen oder regulatorische Tabellen, bei denen Kontextgenauigkeit kritisch ist. Die Methode soll die Einbettungsqualität und damit die Präzision des Retrievals in produktiven RAG-Systemen verbessern.
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