
KI-generierte Falschzitate: Gericht droht MarcTrent.AI mit Sanktionen
Nikko D'Ambrosio verklagte über zwei Dutzend Frauen sowie Meta, nachdem Nutzerinnen in der Chicagoer Facebook-Gruppe „Are We Dating the Same Guy" kritische Beiträge über ihn geteilt hatten. Die Klage wurde vom Bezirksgericht bereits mit Prejudice abgewiesen. D'Ambrosio legte dennoch Berufung ein, vertreten durch MarcTrent.AI – eine Kanzlei, die damit wirbt, KI zur Steigerung von Erfolgsquoten um 35 Prozent einzusetzen. Gründer Marc Trent hatte öffentlich bestätigt, sein Tech-Team habe die ursprüngliche Klageschrift mit KI entworfen. Das dreiköpfige Richtergremium des US Court of Appeals for the Seventh Circuit unter Richter David Hamilton befand die Berufung als „frivolous" und stellte fest, die Schriftsätze enthielten „mistakes and fictitious quotations" mit den „hallmarks of the misuse of generative artificial intelligence". D'Ambrosio hatte u. a. behauptet, Meta profitiere von seinem Bildnis durch Werbung neben dem Post, und versuchte, Rajala sowie ihre Eltern wegen angeblichen Doxxings zu belangen – ohne konkreten Schaden nachzuweisen oder die Echtheit der geteilten Inhalte je anzuzweifeln. MarcTrent.AI hat bis zum 16. Juni Zeit, eine Anhörung zu beantragen oder Stellung zu den drohenden Sanktionen zu nehmen.
- Richter Hamilton (Seventh Circuit): Berufung als 'frivolous' eingestuft, Sanktionen als 'relatively rare' aber angemessen bezeichnet.
- MarcTrent.AI wirbt damit, Erfolgsquoten durch 'predictive modeling' um 35 % zu steigern und 'alles rund um KI' einzusetzen.
- D'Ambrosio verklagte u. a. Abbigail Rajala, ihre Eltern (wegen Nutzung ihrer Internetverbindung), Gruppenadministratorinnen und Meta.
- Section 230 spielte laut Gericht keine Rolle – die Klage war bereits ohne diesen Aspekt nicht haltbar.
- Frist für MarcTrent.AI zur Stellungnahme zu Sanktionen: 16. Juni 2026.
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