
Erster Vision-Language-Model-Einsatz im Orbit: Satellit erkennt Ziele autonom
Das Softwarepaket NAVI-Orbital, entwickelt von Juan Delfa Victoria und seinem Team aus der KI-Gruppe des NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL), diente als technische Laufzeitumgebung für das Gemma-3-Modell an Bord. Da Gemma 3 ursprünglich für Edge-Anwendungen konzipiert ist, mussten die Ingenieure die Software dennoch gezielt schlankermachen – durch Reduktion von Bibliotheken und Speicherbedarf –, um den Betrieb auf dem verbauten Nvidia Jetson Orin AGX GPU zu ermöglichen. Loft Orbital betreibt sein Geschäft nach einem Infrastructure-as-a-Service-Modell: Kunden wie EarthDaily mieten Platz auf den Satelliten, die Loft baut, startet und betreibt. YAM-9 wurde im Herbst 2025 als Testträger für orbitale KI-Projekte gestartet. Die Idee zu NAVI-Space entstand ursprünglich aus Überlegungen zu digitalen Assistenten für Astronauten auf Mond- oder Marsmissionen, die aufgrund von Druckanzügen keine Tastatureingaben tätigen können. Konkurrenten wie Planet Labs nutzen Jetson-Orin-Prozessoren bisher für einfachere Objekterkennung, forschen aber bereits an VLM-Anwendungen. Kepler Communications, das nach eigenen Angaben die größte Gruppe von GPUs im Orbit betreibt, bestätigte mehrere nicht offengelegte Einsatzfälle seines Compute-Umfelds, machte aber wegen NDA-Vereinbarungen keine Angaben zu VLMs.
- Nvidia Jetson Orin AGX GPU: Dieser Chip ist an Bord von YAM-9 verbaut und gilt als einer der führenden Prozessoren für Rechenaufgaben im Orbit.
- NAVI-Orbital wurde von JPL-Forscher Juan Delfa Victoria geleitet; Taran Cyriac John war an der konzeptionellen Entwicklung beteiligt.
- Loft Orbital betreibt derzeit 12 Satelliten im Orbit; für Echtzeit-Erdabdeckung wären laut Paul Lasserre 50–100 Satelliten wie YAM-9 nötig.
- Demonstrierte Aufgaben umfassten u. a. die Klassifikation von Übergangszonen zwischen natürlicher Umgebung und menschlicher Bebauung sowie die Erkennung von Infrastruktur rund um Eisenbahnknotenpunkte.
- Kepler Communications betreibt nach eigenen Angaben die größte GPU-Gruppe im Orbit; die entsprechenden Satelliten starteten im Januar 2026.
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