
Kritik an Flock Safety: Was Verteidiger des KFZ-Kamera-Netzwerks übersehen
Flock Safety, das US-amerikanische Unternehmen hinter einem der größten privaten Netzwerke automatischer Kennzeichenleser (ALPR) weltweit, kündigte Mitte August 2026 Änderungen an seiner Plattform an. Diese Updates sollten offenbar auf Kritik an Datenschutz- und Missbrauchsrisiken reagieren – konkret soll damit verhindert werden, dass die Technologie für bestimmte Zwecke zweckentfremdet wird. MIT Technology Review, das die Geschichte ursprünglich im KI-Newsletter „The Algorithm" veröffentlichte, argumentiert jedoch, dass Befürworter dieser Plattformänderungen wesentliche strukturelle Probleme übersehen. Das Netzwerk mit rund 120.000 Kameras kooperiert mit Strafverfolgungsbehörden in den gesamten USA und speichert Bewegungsprofile von Fahrzeugen und damit faktisch von Millionen von Menschen. Kritiker warnen seit Langem, dass solche Systeme für politische Überwachung, Stalking oder die Verfolgung von Abtreibungssuchenden missbraucht werden könnten – Risiken, die durch kosmetische Plattform-Updates nicht grundlegend beseitigt werden. Die Debatte um Flock Safety steht exemplarisch für eine breitere gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber, wie weit privat betriebene KI-gestützte Überwachungsinfrastrukturen in den öffentlichen Raum eingreifen dürfen und wer die Kontrolle darüber hat.
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