
Box-CEO Aaron Levie diagnostiziert Tech-Chefs kollektive KI-Psychose
Box-Gründer Aaron Levie hat auf X mit 2,7 Millionen Followern den Begriff „AI Psychosis" geprägt: CEOs spielen mit KI-Tools, erleben beeindruckende Prototypen-Ergebnisse und glauben daraufhin, Agenten könnten komplexe Unternehmensprozesse vollständig übernehmen – ohne die eigentliche Detailarbeit (Code-Review, Halluzinationsprüfung, Vertragsanalyse) zu kennen. Levie selbst ist kein KI-Skeptiker, sondern aktiver Angel-Investor in KI-Startups. Als Extrembeispiel gilt ClickUp-CEO Zeb Evans, der 22 % der Belegschaft entließ, nachdem er 3.000 KI-Agenten für interne Aufgaben einsetzte. Die Datenlage widerspricht solchen Entscheidungen deutlich: Eine im Oktober erschienene Meta-Analyse im California Management Review der UC Berkeley fand „keine robuste Beziehung zwischen KI-Adoption und aggregierten Produktivitätsgewinnen". MIT-Forscher schätzen, dass Agenten erst bis 2029 80–95 % textbasierter Aufgaben auf Mindestniveau erledigen können. In den ersten fünf Monaten 2026 wurden bereits 115.430 Menschen bei 152 Tech-Unternehmen entlassen – fast so viele wie im gesamten Jahr 2025 (124.636 bei 275 Firmen, laut Layoffs.fyi). Levies Rat: CEOs sollen KI intensiv selbst nutzen, um ein realistisches Bild von Stärken und Schwächen zu entwickeln.
„CEOs are uniquely prone to AI psychosis because they're sufficiently distant from the last mile of work that still has to happen to generate most value with AI.“
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