
ChatGPT blockiert direkte Stil-Imitation bekannter Autoren
Die Verhaltensänderung wurde Anfang des Monats (Juli 2026) erstmals vom Analyse-Blog „No Latency" dokumentiert, der feststellte, dass ChatGPT Stil-Imitation bei lebenden Autoren verweigert, bei verstorbenen Autoren wie Charles Dickens oder Ernest Hemingway hingegen zunächst noch kooperierte. Ars Technica bestätigte das Verhalten im eigenen Test: Eine Anfrage, eine Geschichte im Stil von Stephen King zu schreiben, wurde mit dem Hinweis abgelehnt, den „genauen Stil oder die unverwechselbare Stimme" des Autors nicht imitieren zu können – stattdessen bot ChatGPT eine Geschichte an, die ein „ähnliches Gefühl" einfängt. Rechtlich ist die Unterscheidung relevant, weil US-amerikanisches Urheberrecht den individuellen Ausdruck schützt, nicht jedoch einen Schreibstil als solchen – eine KI-Imitation kann aber dann zur Verletzung werden, wenn sie dem Original „wesentlich ähnlich" ist. George Washington University Law-Professor Robert Brauneis betonte, die Leichtigkeit und Günstigkeit, mit der KI persönliche Autorenstile nachahmen kann, sei ein historisches Novum. OpenAI hat auf eine Anfrage von Ars Technica nicht reagiert; im ausführlichen Model-Spec-Dokument vom Dezember findet sich kein explizites Verbot der Stil-Imitation für Texte, anders als bei DALL·E 3, wo die Ablehnung von Anfragen nach lebenden Künstlern ausdrücklich genannt wird. Der Schritt hat praktische Konsequenzen für Nutzer, die ChatGPT bisher systematisch für Stil-Mimikry in Schreib- oder Redaktions-Workflows eingesetzt haben; in einem Reddit-Thread beklagte ein Nutzer, sorgfältig ausgearbeitete Prompts seien damit we
- No Latency stellte in einer Analyse fest: ChatGPT verweigert Stil-Kopien bei lebenden Autoren (King, Rowling, Tan), kooperierte aber zunächst bei Verstorbenen (Dickens, Hemingway).
- Google Gemini erfüllt laut No-Latency-Studie Stil-Imitationsanfragen konsequent; Perplexity AI verweigert und leitet um – ähnlich wie nun ChatGPT.
- Claude (Anthropic) und Microsoft Copilot kooperieren mit Stil-Anfragen, fügen aber ausdrückliche Qualifikationen hinzu, die ein 'Bewusstsein für das Imitationsproblem' signalisieren.
- Die Authors Guild empfiehlt in ihrem Best-Practices-Dokument, den einzigartigen Stil anderer Autoren nicht per KI zu kopieren – neben ethischen Gründen werden Ansprüche aus unlauterem Wettbewerb genannt.
- Autorin Lena McDonald geriet letztes Jahr in die Kritik, als ein offensichtlich KI-generierter Text in ihrem Buch die Anweisung enthielt, einen Absatz 'im Stil von J. Bree' umzuschreiben.
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