
Dario Amodei: Anthropic unterstützt kein Verbot von Open-Weights-Modellen
Der Beitrag entstand als direkte Reaktion auf Berichte, wonach US-Regierungsvertreter ein Verbot chinesischer Open-Weights-Modelle für US-Unternehmen erwägen – und auf den Vorwurf, Anthropic befürworte ein solches Verbot aus protektionistischen Motiven. Amodei unterscheidet zwei zentrale Bedrohungsszenarien: Erstens die Gefahr, dass autoritäre Regime – insbesondere die KPCh – leistungsfähigere KI-Modelle als die USA entwickeln und diese für militärische Überlegenheit oder Massenüberwachung einsetzen. Zweitens das Risiko, dass mächtige Modelle für Cyberangriffe oder biologische Angriffe missbraucht werden oder Alignment-Probleme aufweisen; hier räumt er ein, dass Open-Weights-Modelle schwerer zu kontrollieren sind. Als konkrete Gegenmaßnahmen nennt Amodei: keine Lieferung leistungsfähiger Chips oder Fertigungsausrüstung an China, konsequente Bekämpfung von Schmuggel und Umgehungsstrategien sowie ein Vorgehen gegen industrielle Destillationsoperationen, die es China erlauben, trotz Chip-Beschränkungen konkurrenzfähige Modelle zu trainieren. Für das Safety-Problem fordert er verpflichtende Sicherheitstests für alle hinreichend leistungsfähigen Modelle – unabhängig davon, ob sie offen oder geschlossen sind und aus welchem Land sie stammen. Er verweist dabei auf aktuelle Industrie-Vorschläge sowie Forschung von AE Studio und Anthropic zu modularen Trainingsstrategien als möglichem Ansatz zur Verbesserung der Sicherheit offener Modelle. Amodei bezieht sich auf seinen früheren Essay „The Adolescence of Technology" als Beleg für die Kontinuität dieser Positionen.
- Chip-Exportkontrollen: Amodei argumentiert, China habe begrenzte eigene Chipproduktion und könne ohne US-Chips keine überlegenen Modelle trainieren – Exportbeschränkungen seien daher der direkteste Hebel.
- Distillation als Schlupfloch: Destillation ist laut Amodei compute-effizienter als Training von Grund auf und kann Chinas KI-Frontier auf wenige Monate Rückstand an die US-Frontier heranführen.
- Mandatory Safety Testing: Amodei nennt ausdrücklich Cyber-, biologische und Alignment-Risiken als Testbereiche; weniger leistungsfähige Modelle von Startups und Hochschulen sollen ausgenommen werden.
- Globale Reichweite nötig: Effektives Safety-Testing müsste laut Amodei global gelten – er hält begrenzte Kooperation selbst mit der KPCh für möglich, da biologische KI-Waffen auch in Chinas Interesse zu verhindern seien.
- Bezug auf Intelligence Community: Das Annual Threat Assessment 2026 der US-Nachrichtendienste wird als Beleg für die geteilte Einschätzung zur KI-Bedrohung durch andere Großmächte zitiert.
„Anthropic has never advocated for a ban on open-weights models. Open-weights models that don't have dangerous capabilities are a public good.“
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