
GM installiert 50 Roboter in EV-Fabrik während 1.300 Arbeiter weiter auf Rückkehr warten
Factory Zero in Detroit ist GMs wichtigstes Elektrofahrzeug-Werk und steht exemplarisch für den Strukturwandel in der US-Autoindustrie. Bereits im Oktober 2025 hatte GM dort dauerhaft 1.200 Stellen gestrichen; im März 2026 folgten temporäre Kurzarbeitsmaßnahmen für weitere über 1.000 UAW-Mitglieder, die bis heute nicht zurückgerufen wurden. In diese Situation hinein installierte GM rund 50 Roboterarme des japanischen Herstellers FANUC, die auf dem Montageband Komponenten an Fahrzeuge anbringen sollen. UAW Local 22-Präsident James Cotton betonte, GM hätte stattdessen zumindest einen Teil der betroffenen Mitglieder wieder einsetzen können. Der Konflikt fiel zeitlich mit zwei gegensätzlichen Veranstaltungen in Detroit zusammen: dem Reindustrialize Summit, auf dem Startup-Gründer Robotik als industrielle Stärke feierten, und dem UAW-Verfassungskonvent, auf dem UAW-Präsident Shawn Fain explizit vor der Bedrohung durch humanoide Robotik und Massenautomatisierung warnte. Hinzu kommt der internationale Kontext: Hyundai plant, ab 2028 Atlas-Humanoide von Boston Dynamics in seinem Georgia-EV-Werk einzusetzen, während chinesische Hersteller wie Zeekr und Jetour bereits vollautomatisierte „Dark Factories" betreiben. Die Institution of Mechanical Engineers weist dabei auf eine oft übersehene Kehrseite hin: Vollautomatisierte Anlagen sind anfälliger für Produktionsfehler und Cyberangriffe, weil menschliche Beobachtung als Korrektivinstanz fehlt.
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