KI als ADHS-Verstärker: Entwickler erwägt Kündigung seines Claude-Abos
Der Autor listet rund 70 Projekte auf, die er mit KI-Unterstützung gebaut hat – darunter einen Speech-Recognition-Stack in Rust, einen Jellyfin-Desktop-Klon, einen Invidious-Klon, ein Traffic-Counting-System mit OpenCV und ein unbeabsichtigt betriebenes regionales Nachrichtenportal in Python/Flask, das tatsächlich Traffic generiert. Bis auf ein SaaS-Produkt hält er keines davon für wartbar oder sinnvoll. Er beschreibt das Muster: Eine Claude-Session beginnt mit „write a quick script for X", endet aber nach einer Stunde mit einem aufgeblähten Ergebnis, das das eigentliche Problem nicht löst. Die Beobachtung zieht er auch auf Freunde und Bekannte aus: Mehrere Screens, völlig unverbundene Projekte, kaum Commitment. In einem Job-Interview stieß er auf die Aussage, Mitarbeiter verwalten bis zu 5 Agent-Räume gleichzeitig – was bei ihm körperliche Unbehagen auslöste. Er verweist auf Cal Newports Konzept der „Pseudo-Produktivität": KI-Tools reduzieren Reibung, erhöhen aber das Volumen oberflächlicher Aufgaben und untergraben tiefe, fokussierte Arbeit. Sein Fazit: Qualität erfordert Reibung, und handschriftliche Arbeit sei deshalb nicht obsolet. Weder bessere Modelle noch besseres Tooling lösen das strukturelle Aufmerksamkeitsproblem.
- ~70 begonnene Projekte mit KI-Unterstützung, davon fast keines produktiv oder wartbar
- Autor wechselte von Claude Pro zu Codex CLI wegen besserer Performance – Nutzung stieg trotzdem weiter
- Ein KI-gestützter Sprache-zu-Blogpost-Pipeline-Versuch scheiterte: fehlende Reibung = fehlender Fokus = garbage output
- Cal Newport wird zitiert: KI-Nutzer verbringen mehr Zeit mit E-Mail und Chat, weniger mit fokussierter Arbeit
- Kritik an ChatGPT: strukturell darauf ausgelegt, Folgefragen zu produzieren und Interaktion zu maximieren
„This technology is horrific for attention. It's a thermonuclear ADHD amplifier and I have seen the same effect in every single one of my adult friends.“
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